Die Damen haben gestern das erste Meisterschaftsspiel,trotz widriger Umstände, nach einer mehr als einjährigen Durststrecke wieder gewonnen. Der anschließende Jubel war deshalb mehr als verständlich und berechtigt.

Ärgerlich waren die Begleitumstände: Der gegnerische Trainer gab den Hallenclown und kritisierte, hinterfragte und kommentierte lautstark fast jede Schiedsrichterentscheidung. Dass er fast immer deutlich im Spielfeld stand, war wohl eher seiner Statur geschuldet, als der Demonstration des Hausrechts. Das Verwunderliche war, dass das Schiedsrichtergespann sich dies gefallen ließ und ihre Entscheidungen noch diskutierte. Vielleicht wird es erklärlich, wenn man weiß, dass der Trainer gleichzeitig auch die Schiedsrichteransetzungen des Kreises durchführt. Zukünftig sollte man sich aber trotz der niedrigen Spielklasse vergegenwärtigen, dass man Teil eines  Meisterschaftsspiels und nicht bei einer Schiedsrichterfortbildung ist.  Vorbildcharakter für die teils jungen Aktiven hatte dies jedenfalls nicht.

 

Zum eigentlichen Spiel: Beide Mannschaften hatten in der Vorbereitung zweimal gegeneinander, mit besserem Ende für Hennef, gespielt. Bis Mitte der ersten Hälfte begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Siebengebirge zeigte dabei das gefälligere Angriffsspiel, Hennef setzte auf seine physische Überlegenheit im 1:1-Verhalten. Gebundenes Spiel fand seitens Hennef kaum statt, da man die Räume gegen die 3:2:1-Abwehr als Mannschaft selten nutzen konnte. Doch der Gegner stellte dann Mitte der 1. Halbzeit auf eine 6:0-Abwehr um und Hennef konnte sich etwas absetzen. Die Angriffe der Siebengebirglerinnen wurden nicht schlechter, sie scheiterten aber immer wieder an Hennefs Torfrau. Stilistisch nicht der reinen Lehre folgend, brachte sie aber fast immer eine Hand oder ein anderes Körperteil hinter den Ball. Sie war der Garant für die Hennefer Pausenführung.

Nach der Pause suchte der Gegner sein Heil in offensiven Abwehrformationen. Von 3:2:1 über 5:0 + 1 bis zur offenen Manndeckung wurde alles geboten. Hennef fand kein spielerisches Mittel gegen diese Aufgaben, sondern versuchte mit 2-3 Pässen an den Kreis zu kommen. Torerfolg brachte dies aber nur selten, man konnte sich aber auf die eigene Physis und die Torfrau verlassen. So wurde die Pausenführung geringfügig ausgebaut, man kam nie in ernste Bedrängnis.

Ob dieser verdiente Sieg nun das Ende einer langen Durststrecke bedeutet oder doch eher nur ein dürftiges Wasserloch darstellt, werden die nächsten Spiele zeigen. Dass sie wieder siegen können, haben die Damen am Samstag aber erfahren.

Anekdote zum Schluss: Der Ehemann der Spielertrainerin hatte in der Halbzeit die gesamte Mannschaft im Falle des Sieges zum Essen eingeladen. Hätte er den Sieg auch an die spielerische Leistung in der 2. Halbzeit geknüpft, wäre er mit Currywurst-Pommes ausgekommen.